Die Gotteswege, die sich im 16. Jahrhundert zuerst in den italienischen Ländern verbreiteten, wurden als Sacro Monte (heiler Berg) bezeichnet. Der Name lässt uns erahnen, dass die Kirchen und Kapellen, zu denen die Menschen pilgerten, auf Hügeln und Anhöhen standen, die sich über die umliegende Landschaft erhoben. Auch viele Gotteswege im slowenischen ethnischen Gebiet und anderswo tragen bereits im Namen das Wort „Berg“ oder kennzeichnen auf andere Weise die Lage über der umliegenden Landschaft (Stara Gora bei Čedad, Sveta Gora bei Görz, Ptujska Gora, Svete Višarje, Međugorje, Montserrat).
Der zentrale slowenische Gottesweg nach Maria Hilfe in Brezje lässt auf den ersten Blick nicht vermuten, dass es notwendig wäre, Hügel zu überwinden und bergauf zu gehen, um zur Basilika zu gelangen. Dieser Eindruck ist etwas täuschend, besonders wenn man ihn aus der Perspektive der heutigen Zeit betrachtet, da moderne Straßenverbindungen mit Hilfe von Viadukten und Tunneln die Fahrt bergauf oder bergab erleichtern. Aber wie war es in der Vergangenheit, in Zeiten, als sich Menschen und Behörden noch nicht stritten, wo die Autobahn verlaufen sollte? Derjenige, der zu Fuß oder mit dem Fahrrad nach Brezje pilgerte und aus Richtung Kranj kam, über Posavec, musste kurz vor Brezje ins Tal des Baches Peračica hinabsteigen, den er auf etwa 390 Metern über dem Meeresspiegel überquerte. Vom Brückenpunkt aus musste er zuerst auf Dobro Polje und dann auf das Brezje-Feld bis zur Basilika hinaufsteigen. Dabei musste er etwa 100 Höhenmeter überwinden. Etwas sanfter ist der Zugang aus östlicher Richtung, von Dežela, wo es keine so großen Höhenunterschiede gibt.
Kurz gesagt, lassen Sie uns einen Blick darauf werfen, wie sich die Oberfläche in der Umgebung von Brezje entwickelt hat. Die endgültigen Formen erhielt das Gelände in diesem Teil der Ljubljansko-Talebene während der letzten Eiszeit. Die Flüsse brachten dicke Kies- und Sandablagerungen in die Ljubljansko-Talebene, in die sich in den Zwischenvereisungsperioden erneut Einschnitte bildeten und so terrassenartige Täler formten. Die Kieselsteine haben sich später zusammen mit kleineren Partikeln zu Konglomeraten verfestigt. Das Brezje-Feld ist ein Überbleibsel der ehemaligen höchsten Save-Terrasse. Im Osten und Norden hat der Bach Peračica seinen Lauf in diese Ablagerungen gegraben, im Süden der Fluss Sava und im Westen der Bach Dobruša. So ist das Brezje-Feld von allen Seiten von Tälern umgeben.
Das Bild des Brezje-Feldes als Anhöhe über der umliegenden Landschaft ist auch auf der beigefügten Karte gut sichtbar.
(geschrieben von: Matjaž Geršič)