Dr. Mirko Cuderman hat das slowenische Musikleben nachhaltig geprägt.
Sein Beitrag zur Chormusik sowie zur vokal-instrumentalen Musik ist einzigartig und nicht wiederholbar. Er wurde am 18. Juli 1930 in Tupaliče in der Pfarrei Preddvor geboren. Am 29. Juni 1954 empfing er in Ljubljana die Priesterweihe. Als Priester wirkte er in den Pfarreien Ljubljana – Trnovo und Ljubljana – St. Nikolaus. In Wien studierte er Kirchenmusik und promovierte in Musikwissenschaft.
Nach seiner Rückkehr nach Ljubljana leitete er in den 1960er Jahren den Chor der Kathedrale St. Nikolaus und war danach kurzzeitig auch regens chori – Leiter des Domchores. Er war auch Verwalter der religiösen Zeitung Družina und Dozent an der Theologischen Fakultät sowie an der Musikakademie in Ljubljana.
Den Großteil seiner Kräfte widmete er der slowenischen Chormusik. Dafür erhielt er die Gallus-Plakette, 2019 die Verdienstmedaille des Präsidenten der Republik Slowenien und 2022 den Prešeren-Preis für sein Lebenswerk.
Er gehörte zu den wenigen, die sich auch der Aufführung großer, anspruchsvoller vokal-instrumentaler Werke widmeten. In seiner langen musikalischen Laufbahn leitete er zahlreiche der bedeutendsten slowenischen Chöre: den Chor Consortium musicum, den Chor der Glasbena matica, den Kammerchor des RTV Ljubljana, das Slowenische Oktett und den Slowenischen Kammerchor.
Cuderman schrieb sich dauerhaft in die slowenische Musikgeschichte ein – insbesondere mit den Chören Consortium musicum und dem Slowenischen Kammerchor, die er gegründet und jahrzehntelang geleitet hat. Mit ihnen beeinflusste er maßgeblich die Entwicklung des Chorgesangs in Slowenien und die breite musikalische Schaffenskraft auf den Konzertbühnen Ljubljanas.
Im Jahr 2011 produzierte RTV Slowenien einen Dokumentarfilm über das Leben und Werk von Dr. Mirko Cuderman mit dem Titel Regens chori. Autor des Films ist Dr. Andrej Doblehar.
Zur Verleihung des Prešeren-Preises im Jahr 2022 schrieb der Vorstand des Prešeren-Fonds:
„Dr. Mirko Cuderman hat mit seiner interpretatorischen, musikwissenschaftlichen, pädagogischen und organisatorischen Arbeit die slowenische (Chor-)Musik der letzten Jahrzehnte grundlegend geprägt. Sein künstlerisches Wirken ist gekennzeichnet durch einen durchdachten interpretatorischen Ansatz, eine ästhetisch verfeinerte Darbietung, sorgfältige Ausführung, musikalische Sensibilität, kritische musikwissenschaftliche Quelleneinschätzung, ein außergewöhnlich tiefes Repertoirewissen und eine immense Energie. Damit hat Dr. Cuderman die slowenische Chormusik – und mit ihr die slowenische Musik und Kultur insgesamt – auf ein international vergleichbares Niveau gehoben und zweifellos unauslöschlich geprägt.“
Dr. Mirko Cuderman wurde auf dem Friedhof Žale in Ljubljana beigesetzt – am Grab des Komponisten Stanko Premrl, des Autors der slowenischen Nationalhymne Zdravljica.
Die Begräbnismesse wurde vom Weihbischof von Ljubljana, Msgr. Dr. Franc Šuštar, unter Konzelebration zahlreicher Priester gefeiert – darunter auch P. Tadej Inglič, Neffe von Dr. Mirko Cuderman.
Sehr geehrter Dr. Mirko Cuderman, ruhen Sie in Frieden!
Vorbereitet von: AEF